Geschichte

Die Geschichte unserer Gemeinde beginnt in der Reformationszeit. Niederländische Reformierte flohen vor Herzog Alba, dem Statthalter des spanischen Königs, aus den Niederlanden in das angrenzende Herzogtum Kleve und kamen auch nach Goch. Sie gründeten eine Flüchtlingsgemeinde, mit der sich später Einheimische verbanden. Die neue Gemeinde hatte es schwer, von der Obrigkeit geduldet zu werden, denn der klevische Herzog musste auf mächtige Nachbarn Rücksicht nehmen.

Aus dem Jahr 1570 stammen die ersten Presbyteriumsprotokolle, die heute noch erhalten sind.Deshalb gilt 1570 als das Gründungsjahr unserer Gemeinde, wobei es schon in der ersten Hälfe des 16. Jahrhunderts Erwähnungen der Gemeinde gibt.

In der ersten Zeit teilte sich die kleine Gemeinde, die wegen der Benachteiligung und Unterdrückung zu den „Gemeinden unter dem Kreuz“ gezählt wird, mit Nachbargemeinden, unter anderem mit Rees und Gennep, einen Prediger. Die Gottesdienste fanden in Privathäusern statt.

Erst als 1609 das Herzogtum Kleve an Brandenburg fiel, verbesserte sich die Situation der Evangelischen. Sie konnten nach verschiedenen Zwischenlösungen das alte Gasthaus und Hospiz der Stadt Goch erwerben und es 1700 nach einem Umbau als Kirche in Benutzung nehmen.

Der Innenraum der Kirche ist schlicht. Mancher vermisst Kreuz und Kerzen. Sie galten den alten Reformierten als Zeichen konfessioneller Unterdrückung. Bis heute wird diese Tradition respektiert.

Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Goch schreckliche Verwüstungen. Auch unsere Kirche war bis auf die Umfassungsmauern zerstört. 1951 konnte der Wiederaufbau abgeschlossen werden. 1972 und 1997 wurde die Kirche renoviert. Wir freuen uns, eine Kirche zu haben, die zentral im Stadtgebiet liegt und von allen Seiten gut erreicht werden kann.

Immer wieder kamen und kommen evangelische Zuwanderer nach Goch. Im 18. und 19. Jahrhundert waren es vor allem Pfälzer, die auf dem Weg in die Neue Welt am Niederrhein blieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden Kriegsflüchtlinge und Vertriebene in Goch eine neue Heimat. In jüngster Zeit nimmt die Zahl der Gemeindeglieder besonders durch den Zuzug von Russlanddeutschen und jungen Familien aus den Ballungszentren um Duisburg und Düsseldorf zu.