Kirche

In den Anfängen feierte die Gemeinde ihre Gottesdienste in Privathäusern. 1614 – unter brandenburgischer Herrschaft – ergreift sie Besitz von der Pfarrkirche St. Maria-Magdalena. Bis 1621 findet gleichzeitig die katholische Messe und der reformierte Gottesdienst in dieser Kirche statt. Danach erhält die reformierte Gemeinde als Gottesdienstraum das „Kleine Konvent“ an der Mühlenstraße zugewiesen.

Die Kirche an der Mühlenstraße wurde der wachsenden Gemeinde zu klein. Im Tausch mit der Stadt Goch erwirbt die Gemeinde 1697 das „Gasthaus zum Heiligen Geist“, ein mittelalterliches Hospiz (1358 erwähnt), in dem Wanderer und Pilger Unterkunft fanden, aber auch Alte, Kranke und Gebrechliche aufgenommen wurden. Später diente es auch als Waisenhaus und einige Räume als Rathaus. Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen feiert die Gemeinde seit Anfang Mai 1701 hier Gottesdienst.
1889 wird die Kirchenfassade umgestaltet und erhält einen Neo-Barockverputz. Dieser Verputz wird 1942 wieder abgeschlagen und die Front erhält die alte Backsteinverkleidung.
Am 7. Februar 1945 wird die Kirche ausgebombt. Allein die Außenmauern bleiben stehen. Ab 1948 erfolgt der Wiederaufbau. Der Dachreiter mit dem Geusen-Daniel (Entwurf: Rudolf Weber) wurde im Frühjahr 1958 aufgerichtet, die drei Bronzeglocken (208 kg, 120 kg und 82 kg) im August 1957 gegossen. 1972/1973 wird das Kircheninnere erneut umgestaltet und erhält die heutige Farbgebung. 1997 wird die Tonnendecke erneuert.

Der Innenraum der Kirche ist, geprägt von reformierter Tradition, betont schlicht. Im Mittelpunkt stehen Abendmahlstisch und Kanzel – die Verkündigung des Wortes Gottes. Es fehlen Kreuz und Kerzen. Beides galt den alten Reformierten als Zeichen konfessioneller Unterdrückung. Der Kerzenleuchter stammt aus dem Jahr 1677 und war in früheren Zeiten Teil der „Beleuchtungsanlage“ der Kirche.

Die farbige Ausgestaltung von Kanzel, Abendmahlstisch, Kirchenbänken, Emporenbrüstung und Orgelprospekt erfolgte nach dem künstlerischen Entwurf von Erich John, Krefeld, 1973. Von ihm stammen auch die Kirchenfenster (Ausführung: Hans Menke, Goch).Die Orgel mit 19 Registern und 1.448 Pfeifen wurde 1977 von Orgelbau Jürgen Dahlbüdding KG, Schwelm, gebaut.