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Wöchentlicher Blog zu den Losungen

"Du hast vorzeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk." (Psalm 102,26)

Der französische Mathematiker, Physiker und Astronom Pierre - Simon Laplace (1749 - 1827) wurde von Napoleon (1769 - 1821) gefragt, ob er an Gott glaube. Seine Antwort: "Diese Hypothese kommt in meinen Berechnungen nicht vor." Ja, so waren sie die großen Aufklärer: von sich selbst überzeugt, von Gott emanzipiert und voller Verachtung für ihre Ahnen, die sich vom kirchlichen Aberglauben zu völlig falschen Vorstellungen von der Welt haben verführen lassen. Unser Losungswort: "Du hast vorzeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk" (s.o.) wäre ihnen schwerlich über die Lippen gekommen. Glücklicherweise dachten so nicht alle modernen Philosophen und Naturwissenschaftler. So stellte sich beispielsweise der neuseeländisch - britische Experimentalphysiker Ernest Rutherford (1871 - 1937) die Frage: "Wen setzen die Materialisten eigentlich an die Stelle Gottes?", und er beantwortete sie mit einem sehr einleuchtenden Gleichnis: "Ein exakter Naturwissenschaftler gleicht einem Fischer, der aufs Meer hinausfährt, um Fische zu fangen. Dazu benutzt er ein Netz, das 5 cm breite wie lange - also quadratische - Maschen besitzt. Er wirft das Netz aus, holt den Fang ein und kommt zu folgendem exakten wissenschaftlichen Ergebnis: 1. alle Fische haben Kiemen; 2. alle Fische sind größer als 5 cm. Die Fische, die kleiner als 5 cm sind, können wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden." Folglich bestimmt die wissenschaftliche Methode das Ergebnis der Untersuchung. Die Methode - ein Ersatz für Gott? Nein, sagt der deutsche Atomphysiker Werner Heisenberg (1901 - 1976). Wenn ich nämlich glaube, das Gott "das Absolute" ist, und das tut ein glaubender Mensch ja (vgl. Hegel, Leibnitz u.a.), dann muss die Antwort "Nein" lauten, denn jede exakte wissenschaftliche Erkenntnis beschreibt immer nur einen Teilaspekt der Wirklichkeit. Den allerdings recht zuverlässig. Heisenberg befasste sich mit den Elementarteilchen, den kleinsten Bausteinen unserer Welt und kommt zu folgendem Ergebnis: es ist unmöglich, den Impuls und den Ort eines Elementarteilchens gleichzeitig zu bestimmen. Vor demselben Problem steht ein Fotograf, der eine Gruppe von Touristen vor einem historischen Bauwerk fotografiert. Seine Aufgabe ist es, zu entscheiden, was auf dem Foto scharf abgelichtet sein soll: die Gruppe oder das Bauwerk. Sind auf dem Bild Gruppe und Bauwerk gleichermaßen deutlich zu erkennen, hat der Fotograf das Foto manipuliert. Das aber funktioniert in der Natur nicht. So beeinflusst auch ein noch so exakt arbeitender Wissenschaftler mit seiner Fragestellung von vornherein das Ergebnis seiner Forschung. Eine absolute Naturerkenntnis kann es daher nicht geben.    Werner Heisenberg war gläubiger Christ und gleichzeitig einer der bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts. In einem schönen Bild verdeutlichte er am Ende seines Lebens sein Verhältnis zu Gott: "Der erste Schluck aus dem Glas der (wissenschaftlichen) Erkenntnis", sagte er, "macht den Menschen zum Atheisten. Doch hat man das Glas vollständig geleert, erscheint auf dessen Grund wieder Gott."

Ihnen eine gesegnete Woche
Albrecht Mewes

 

"Christus Jesus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und denen, die nahe waren." (Epheser 2,17)

Haben Sie schon einmal das Straßburger Münster besucht? Wenn nicht, so kann ich Ihnen dies nur empfehlen. Schließlich schwärmte schon Johann Wolfgang von Goethe in seiner Schrift "Von deutscher Baukunst" von diesem Meisterwerk des Mittelalters. Vor allem begeisterten mich die sogenannten Ottonen - Fenster, die die ersten Kaiser des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" zeigen, besonders das von Otto III, weil dieser in Kessel geboren wurde, wenn auch nur auf der Durchreise. Im Blick auf unser Losungswort möchte ich auf zwei Steinskulpturen hinweisen, die sich über dem Südportal des Münsters befinden. Beide Skulpturen stellen Frauengestalten dar, allerdings in unterschiedlichen Posen. Die eine hält den Kopf gesenkt und trägt eine Binde vor den Augen. Die andere blickt stolz erhobenen Hauptes - mit päpstlichen Insignien ausgestattet - selbstbewusst und siegesgewiss geradeaus. Die erste Frauengestalt symbolisiert die Synagoge, blind für die Wahrheit des Evangeliums und deshalb gescheitert, die zweite die weltbeherrschende Kirche (- im Jahre 1215 war Papst Innozenz III der mächtigste Mann der Welt! -). Doch die damalige kirchliche Lehre ging noch einen Schritt weiter. Weil die Juden Jesus nicht als Messias (griechisch: Christus) anerkannten, waren sie auch von Gott verworfen und hatten keinen Anteil mehr am ewigen Heil. Aber diese Auffassung steht in deutlichem Widerspruch zu biblischen Aussagen. So spricht der Schreiber des Epheserbriefes davon, dass Christus den "Zaun", der zwischen Heiden und Juden aufgerichtet war, niedergerissen hat (Epheser 2,14). Mit dem "Zaun" waren der Bund Gottes mit Israel, die Thora und die Verheißungen Gottes an Israel gemeint (Epheser 2,12). Durch seinen Tod hat Jesus Juden und Heiden miteinander versöhnt (Epheser 2,14-18) und ihnen den gemeinsamen Zugang zu Gott eröffnet (Epheser 2,18). Allerdings hat der Schreiber des Epheserbriefes nur die Gemeinschaft von ehemaligen Juden und Heiden in der christlichen Gemeinde im Blick, nicht aber das Schicksal der Juden, die ihrem alten Glauben treu blieben. Ganz anders Paulus, was beweist, dass der Epheserbrief nicht von Paulus stammen kann, sondern wahrscheinlich von einem seiner Schüler.    Paulus ist hundertprozentig davon überzeugt, dass trotz der Existenz christliche Gemeinden, Gottes Verheißungen an die Erzväter und damit an ganz Israel auch weiterhin uneingeschränkt gelten (Römer 9,3-5). Und er warnt die Christen vor überheblicher Arroganz gegenüber den Juden (Römer 11,17-24). Er vergleicht Israel mit einem Ölbaum, in den die zum christlichen Glauben gekommenen Heiden wie ein wilder Ölzweig eingepfropft wurden (Römer 11,17). Der Zweig trägt nicht die Wurzel, sondern die Wurzel den Zweig (Römer 11,18). Diese Mahnung des Paulus sollte auch uns heutigen im christlich - jüdischen Dialog immer vor Augen stehen.

Ihnen eine gesegnete Woche
Albrecht Mewes

 

"Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit." (Hebräer 13,8)

Liebe Gemeinde, finden Sie sich in unserer modernen Welt noch zurecht? Diese Frage, glaube ich sagen zu dürfen, ist mehr als berechtigt. In den letzten hundert Jahren hat sich die Welt wissenschaftlich - technologisch, kulturell und gesellschaftlich stärker verändert als jemals zuvor. Ja, kürzlich las ich sogar, dass das Wissen der Welt sich gegenwärtig alle fünf Jahre verdoppelt. Das heißt, von 2015 -2020 sammelte sich genau so viel neues Wissen an wie in den fünftausend Jahren schriftlich fixierter Menschheitsgeschichte zuvor. Vor allem im gesellschaftlichen Bereich ist der Wandel deutlich spürbar. Vieles von dem, was noch vor wenigen Jahrzehnten als unumstößliche Norm galt, steht heute auf dem Prüfstand. Doch, muss ich mich eigentlich jedem gesellschaftlichen Wandel unterwerfen? Ich glaube nicht. Meine Großmutter (geb. 1898) war mir in dieser Hinsicht immer ein Vorbild. Sie übernahm nur das, was ihrem Leben gut tat. So feierte sie bis zu ihrem Tod (1993) in jedem Jahr am 27. Januar "Kaisers Geburtstag", und die gedeihliche Entwicklung der Kinder von Königin Silvia lag ihr stets mehr am Herzen als irgendwelche zukunftsweisenden Regierungsbeschlüsse. Kurz und gut: sie lebte bis zuletzt in der Welt ihrer Kindheit. Die gab ihr Halt und Orientierung in ihrem Leben. 

Ähnlich dürften auch die Seniorinnen und Senioren der christlichen Gemeinden gedacht haben, an die der Verfasser des Hebräerbriefes schreibt. Wer dieser Schreiber war, wissen wir leider nicht. Aber soviel ist sicher: die Gemeinden befinden sich in einem gewaltigen Umbruch. Zehren die Älteren noch von der Erinnerung an die gute alte Zeit des Aufbruchs und des Glaubenseifers, kehren nicht wenige der Jüngeren ihrer Gemeinde den Rücken zu. Von der versprochen Erlösung ist nicht viel zu spüren, und die zunehmenden Feindseligkeiten der heidnischen Bevölkerung gegen die verhassten Christen tun ein Übriges. Der Schreiber des Hebräerbriefes reagiert darauf wie folgt: an der Erlösungszusage Jesu hat sich nichts geändert. Da vor Gott tausend Jahre wie ein Tag sind (Psalm 90,4), bleibt die Zusage Jesu bestehen, auch wenn davon noch nichts zu spüren ist. Der Schreiber bemüht eine Reihe von Zeugen (Hebräer 11), die nicht vom Glauben abfielen, obwohl ihre Situation trostlos war. Und Jesus selbst hatte kurz nach der Auferstehung Maria Magdalena (Johannes 20,17-18) und später den ungläubigen Thomas (Johannes 20,24-29) ermahnt, sich nicht mehr an dem festzuhalten, was sie mit dem irdischen Jesus erlebt haben, sondern glaubend ein Leben der Nachfolge Jesu zu führen. Dann bleibt Jesus Christus derselbe: gestern, heute und in Ewigkeit (Hebräer 13,8) und selbstverständlich auch 2021.

Ihnen eine gesegnete Woche
Albrecht Mewes

 

"Wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus."  (2. Korinther 1,5)

Wie tröstet man einen Menschen, der völlig in seiner Trauer versunken ist und der kein Licht am Ende des Tunnels sieht?  Empfindet er nicht jedes Wort des Trostes als zwar höfliche, aber doch letztlich hilflose Phrase?  Solche Fragen drängen sich immer wieder jeder Kollegin/ jedem Kollegen unseres Kirchenkreises auf, die/der am Dienst in der Notfallseelsorge beteiligt ist. Vor allem nach dem Überbringen einer Todesnachricht ist die Trauer der Angehörigen oft grenzenlos.  Jedoch bedeutet es schon einen gewissen Trost, wenn sie in ihrer Verzweiflung spüren, dass sie nicht allein gelassen sind.  Paulus spannt im 2. Korintherbrief den Bogen noch weiter. Die von ihm gegründeten Gemeinden haben ihm immer wieder Kraft gegeben, wenn er in eine Lebenskrise kam. Schließlich wurde er vier Mal inhaftiert, war häufig krank und musste mehrfach erleben, dass er vergeblich einen Missionsversuch gestartet hatte. Allem voran aber spendete ihm der Glaube an Jesus Christus Trost, weil Gott sich in ihm auf die Seite der Trauernden, Leidenden und Gescheiterten stellte. Durch diesen Glauben empfingen auch die von Paulus gegründeten Gemeinden Kraft zum Weitermachen, zum einen, weil sie den mitleidenden Jesus auf ihrer Seite wussten, zum anderen fanden sie Halt in ihrer Gemeinde, weil einer den anderen trug. Zwar lagen der Brand von Rom (19. Juli 64 n.Chr.) und die daraufhin einsetzende Christenverfolgung unter Nero noch in der Zukunft, doch wurden die Christen bereits jetzt (Mitte der 50 er Jahre) von der heidnischen Umwelt missgünstig beäugt und zunehmend ausgegrenzt. „Einer trage des andern Last“ (Galater 6,2) wurde ihnen in dieser Situation zum Grundsatz.

Diesem Grundsatz verlieh Georg Heym (1887 – 1912) in seiner Erzählung „Der kleine Jonathan“ bildliche Gestalt. Jonathan, ein Schiffsjunge, wurde im schweren Sturm von der Schiffstreppe geschleudert und lebensgefährlich verletzt. Gleich nach der Ankunft im Heimathafen brachte man ihn ins nächstgelegene Krankenhaus. Da er aus den Tropen kam, legte man ihn – isoliert von den übrigen Patienten – in ein Einzelzimmer. Um zu verhindern, dass jemand versehentlich das Zimmer betrat, wurde die Zimmertür geschlossen und eine Art Oberschwester Hildegard (Schwarzwaldklinik!)  zur Bewachung abgestellt. Jonathans Schmerzen waren unerträglich, und als wolle man ihm seine ausweglose Situation vor Augen führen, hing am Fußende seines Bettes das Bild des gekreuzigten Jesus. Doch dieses Bild hatte für Jonathan nichts Tröstliches.  Hatte Jesus doch das Wunder verweigert, zu dem ihn die Umstehenden aufgefordert hatten: „Hilf dir selber, wenn du Gottes Sohn bist, und steig herab vom Kreuz“ (Matthäus 27,40).  Doch dann geschah das Unerwartete. Nach einer Visite wurde die Oberschwester zu einem anderen Patienten gerufen, und man vergaß die Tür zu schließen. Jonathans Blick fiel auf ein junges Mädchen im Nachbarzimmer. „Ich habe Sie in der vergangenen Nacht viel stöhnen hören“, sagte sie, „Sie haben sicherlich starke Schmerzen.“  Augenblicklich ließen die Schmerzen nach, und Jonathan erschien das Mädchen wie ein Heiligenbild, denn ihr war sein Schicksal nicht egal. Obwohl Georg Heym nicht religiös war, greift er hier ein christliches Symbol auf, um die tröstliche Wirkung der Anteilnahme hervorzuheben. Doch leider hatte unsere Geschichte kein „Happy End“. Man bemerkte, dass eine Tür offenstand, die geschlossen sein musste, schloss sie wieder, stellte erneut eine Wache ab und verurteilte Jonathan damit zum Tode. Wieder vereinsamt, wurde er auf seine Schmerzen zurückgeworfen. Sie überwältigten ihn so sehr, dass er zusammenbrach. Obwohl man sofort operierte, starb Jonathan: an seiner Einsamkeit.                                                                                                                                                                                        

Ihnen eine gesegnete Woche
Albrecht Mewes

 

"Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.“ (Römer 3,23-24)

Es gibt keinen zweiten biblischen Begriff, der so häufig missbraucht wird, wie das Wort: „Sünde“.  Abgesehen von den sexuellen Assoziationen, die es auslöst, wird es oft in Zusammenhängen gebraucht, die seine ursprüngliche Bedeutung völlig verfälschen. Da hat jemand „gesündigt“, wenn er seinem Körper mehr Torte oder andere Köstlichkeiten zugemutet hat, als diesem gut getan hätten. Es „sündigt“ auch derjenige, der seinem Nächsten bewusst schadet oder kriminelle Handlungen begeht. Immer handelt es sich um ein konkretes Tun, wenn von „Sünde“ die Rede ist. Anders bei Paulus und später auch bei Luther.  Für sie ist die Sünde kein „Tun“, sondern ein „Zustand“. Anders ausgedrückt: der Mensch „sündigt“ nicht, er ist vielmehr ein „Sünder“, und zwar deshalb, weil er ein Mensch ist. Jeder Mensch ist ein „Sünder“ (Römer 3,23). Was ist damit gemeint? Nun, das deutsche Wort „Sünde“ leitet sich vom altgermanischen Begriff „Sund“ ab. Unter einem „Sund“ verstehen wir normalerweise eine Meerenge. Der Fehmarn - Sund trennt die Insel Fehmarn von Schleswig -  Holstein, der Öre – Sund Dänemark und Schweden.  Ließe man nun das Wasser der Ostsee ablaufen, wäre augenblicklich erkennbar, worum es sich bei einem „Sund“ handelt. Er ist ein Riss in der Erdkruste, ein tiefer Graben, den ein Mensch ohne moderne technische Hilfsmittel aus eigener Kraft nicht überwinden kann. Auf der einen Seite dieses Grabens steht Gott – ein Symbol für Vollkommenheit und unbegrenzte Gnade und Barmherzigkeit -, auf der anderen der Mensch – ein Symbol für Unvollkommenheit und moralische Fehlerhaftigkeit -. Wir sind häufig ungerecht, verletzen unseren Nächsten und machen ständig Fehler, weil wir eben Menschen und keine Götter sind. Gott schuf uns nicht als perfekte Maschinen, sondern als fehlerhafte Wesen, die aber die Freiheit haben, selbstbewusst in dieser Welt zu leben. Und das schließt natürlich auch die Rebellion gegen Gott und seine Gebote ein. Martin Luther folgerte daraus, dass es keine nur guten und keine nur schlechten Menschen gibt. Der Mensch ist eine Grauzone, in der sich Gut und Böse vermischen. Dennoch nimmt Gott uns an, wenn wir im Glauben anerkennen, dass Jesus für uns in den Tod ging, um unsere Schuld stellvertretend abzutragen (Römer 3, 23-24; s.o.)

Was bedeutet das für unsere Welt? Aus der Erkenntnis, dass der Mensch eine Mischung aus Gut und Böse ist, leitet sich für die führenden Frauen und Männer in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die Verpflichtung ab, einen Ausgleich zwischen Oben und Unten, zwischen den Armen und den Reichen, zwischen den Mächtigen und den Machtlosen herzustellen. Der sehr religiös geprägte neue US – Präsident wurde daher in seiner Antrittsrede nicht müde, immer wieder auf sein Bemühen hinzuweisen, diesen Ausgleich zu schaffen, um so zu einer dauerhaften Einheit der Gesellschaft beizutragen. Möge ihm dies gelingen.

Ihnen eine gesegnete Woche
Albrecht Mewes

 

"Gott der Herr machte den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.“ (1. Mose 2, 7)

 "Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“ fragt der Beter des achten Psalms (Psalm 8, 5). Zu Recht – finde ich. Wenn ich mir die vom Menschen zu verantwortenden Probleme unserer Welt anschaue, hege ich allerdings Zweifel an der vollmundigen Aussage: „Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.“ , mit der der Psalmist sein Gebet fortsetzt (Psalm 8, 6). Wohltuend realistischer sieht dagegen der Schreiber des zweiten Schöpfungstextes (2. Mose 2, 4b -25) den Menschen. Hier hört man nichts von „Gottesebenbildlichkeit“ oder der Qualifizierung des Menschen als „Krone der Schöpfung“. Nein, ganz wirklichkeitsgetreu wird dem Menschen ein Spiegel vorgehalten, der ihm schonungslos vor Augen führt, dass er nur ein Geschöpf unter anderen ist. Der Mensch ist ein Erdling (hebräisch: Adam), der aus Erde (hebräisch: Adama) gemacht ist, ja mehr noch: er wurde von Gott aus dem Staub der Erde erschaffen, dem unfruchtbarsten Teil des Erdbodens; nicht aus fruchtbarem Löß oder kostbarem Humus. Noch drastischer formuliert das der Kirchenvater Hieronymus in seiner lateinischen Bibelübersetzung. „Gott formte den Menschen aus dem „Schlamm“, ja dem „Schmutz“ (lateinisch: limus) der Erde. „Staub“, „Schlamm“, „Schmutz“ vom Acker, das ist der Mensch, zumindest materiell gesehen. „Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück“, spricht Gott am Ende der Sündenfallgeschichte zu Adam (1. Mose 3, 19).

Schlösse ich an dieser Stelle meine Betrachtung, jeder frustrierte Menschenverächter und Zivilisationskritiker sähe sich bestätigt, und das sogar durch die Bibel. Doch dies ist nicht das letzte Wort zu unserer Losung, denn Gott haucht dem Menschen den „Atem des Lebens“ ein, und dadurch erst wird der Mensch „ein lebendiges Wesen“. Ja, mehr noch: dadurch erst erlangt er seine Würde, erhält er Anteil an Gottes Geist. „Atem“ und „Geist“ sind in der Bibel häufig austauschbare Begriffe. So geadelt, dürfen wir mit dem Psalmbeter bekennen: „Du hast ihn (den Menschen) wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.“ (Psalm 8, 6). Doch dieser Adel verpflichtet uns auch zu verantwortungsvollem Handeln. „Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte“ (1. Mose 2, 15). Der Garten Eden ist nämlich kein Paradies, sondern lediglich ein allerdings fruchtbarer Garten, umgeben von unfruchtbarer Wüste. Der Mensch muss durch sein Tun diesen Garten erhalten und damit seine eigene Existenz sichern.

Auf unsere Zeit übertragen bedeutet das: wir dürfen unserer Welt nur so viel nehmen, wie wir in der Lage sind, ihr auch wieder zurück zu geben. Diese Welt ist uns von Gott anvertraut. Gleiches gilt im Blick auf unser Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen. Wir müssen nicht jede, schon gar nicht jede noch so verquere Auffassung unseres Gegenübers teilen, doch verdient jeder Mensch Respekt und Achtung, denn auch er ist Gottes Geschenk an uns. Ehren wir also im Geschöpf den Schöpfer.

Ihnen eine gesegnete Zeit!
Albrecht Mewes, Pfarrer

 

Unsere neues Gemeindehaus "M4" kommt.

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Gemeindebüro

Evangelische Kirchengemeinde Goch
Markt 8
47574 Goch

Daniela Morio
Sandra Boumans

Das Gemeindebüro ist geöffnet:

Dienstag und Freitag 9 bis 12 Uhr
Dienstag 17 bis 19 Uhr

Telefon 02823 7458

Kindertagesstätte

Evangelische Integrative Kindertagesstätte
Familienzentrum

Standort Niersstraße 1a, 47574 Goch
Telefon 02823 2191

Standort Hinter der Mauer 101, 47574 Goch
Telefon 02823 4195105

Leitung: Esther Müller, Dörthe Vermeulen, Gabi Perret

Email:

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 7 bis 17 Uhr

Gemeindeteam

Pfarrer Robert Arndt
Telefon 02823 919064,

Pfarrer Albrecht Mewes
Telefon 02823 8796164,

Pfarrerin Rahel Schaller
Telefon 02823 6988,

Jugendleiterin Kerstin Poppinga
Telefon 02823 9759925,

Kantorin Franziska Mesch
Telefon 0176 44220461,

Küster Norbert Tiede
Telefon 0171 2673068,

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